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Stadt Harburg (Schwaben)  |  E-Mail: poststelle@stadt-harburg-schwaben.de  |  Online: http://www.stadt-harburg-schwaben.de

Harburg Geschichte

Die an einem der reizvollsten Punkte des Rieses, dem Durchbruch der Wörnitz durch die hier einander schroff gegenüber felsigen Ausläufer des Schwäbischen und Fränkischen Juras, hoch über dem gleichnamigen Städtchen gelegene Harburg ist die einzige von vier im Ries einst bestehenden Reichsburgen, die im Dreißigjährigen Krieg nicht zerstört wurden. Sie wird zum ersten Mal erwähnt in einem Bericht Heinrichs, des Sohnes Konrads III., vom Jahre 1150, von seinem Sieg über Welf VI. Der Hohenstaufe nennt darin die Harburg „castrum nostrum“. Sie war also altes Gut des Reiches oder des Herzogs von Schwaben. In der Folge blieben Ort und Burg im Besitz der Hohenstaufen, bis 1251 Konrad IV. den Ort („civitas“) ohne die dortige Burg, dazu die Burg Gosheim und anderes an den Grafen Ludwig V. von Oettingen verpfändete. Solche Verpfändungen, die bald auch die Burg einschlossen, folgten unter den späteren Königen noch mehrere bis zur letzen, der des Jahres 1407, die nicht mehr eingelöst wurde, so dass fortan Burg und Markt bei dem Hause Oettingen verblieben sind, was Kaiser Sigismund 1418 ausdrücklich bestätigte. Für ein halbes Jahrhundert, bis zum Jahre 1549, erwählten die Oettinger Grafen sie zu ihrer Residenz.

 

Die Schlosskirche wurde Begräbnisstätte der Linie Oettingen - Oettingen. Nach deren Aussterben (1731) Gelangte die inzwischen zu einem stattlichen Schloss ausgebaute Burg an die Linie Oettingen – Wallerstein. Sie errichtete in Harburg Oberamt und Fronfeste. Nach 1806 wurde das Schloss Sitz eines Justizamts, wenig später eines fürstlichen Herrschaftsgerichts und um 1850 einer königlichen Gerichts- und Polizeibehörde. Im Schloss Harburg befindet sich heute eine wohlgeordnete Sammlung der seit 1774 fürstlichen Linie Oettingen – Wallerstein mit bedeutenden Gemälden, Plastiken und Gobelins. Auch die umfangreichen Archive beider fürstlichen Häuser haben dort zusammen eine zweckmäßigen und sichere Unterbringung gefunden. Die von der Natur begünstigte und in eine schwere einnehmbare Festigung ausgebaute Burg wechselte zwar im Dreißigjährigen Krieg mehrmals die Besitzer, auch im letzten Kriegsjahr befand sie sich zunächst in den Händen der Kaiserlichen, dann wurde sie von den Schweden zurückerobert und ausgeplündert. In ihrem baulichen Bestand aber blieb sie im ganzen unangetastet. Sie ist in der Vielfalt ihrer Anlagen eine der ältesten und besterhaltenden Burgen Deutschlands. Noch aus dem 13. Jahrhundert stammen große Teile der Hauptburg mit einem sechstürmigen Wehrgang, darunter dem Bergfried ( auch Hunger- oder Diebsturm ), Pranger und Faulturm. Sehr alt sind auch der Gefängnisturm, die Grundmauern der Schlosskirche und der Ziehbrunnen. Im 14. und 15. Jahrhundert kamen Vorburg, Burgvogtei und ein Eckturm hinzu und gegen Ende des 16. Jahrhunderts Kastenhaus, Marstall, Haberkasten und der Fürstenbau, der heute die Sammlungen beherbergt. Zu Anfang des 18. Jahrhunderts wurde mit dem oberen Saalbau (mit Rittersaal), dem Amtshaus und dem Amtsplfegegerhaus der Ausbau der Harburg abgeschlossen. Auch die Schlosskirche erhielt damals ihr heutiges barockes Gewand.

 

Die zu Füßen der Burg gelegene, mit fünf Toren befestigte Marktsiedlung kam in den Zeitläuften nicht so glimpflich davon. Der Dreißigjährige Krieg und seine Begleiterscheinungen hatten die Bevölkerung dezimiert und verarmen lassen. Da kam es "zur Füllung und Erneuerung der verödeten Wohnstätten" sehr gelegen, dass sich 1671 auch einige Judenfamilien fanden, die hier eine neue Bleibe suchten und eine rührige Gemeinde gründeten, die 1686 bereits 80 Glieder zählte. 1741 kamen jüdische Flüchtlinge aus Pfalz-Neuburg hinzu, so dass sich in Harburg allmählich eine stattliche jüdische Gemeinde entwickelte, die nach der im 19. Jahrhundert einsetzenden Judenemanzipation zu einem wirtschaftlichen Faktor wurde und eine eigene Schule, Synagoge und Begräbnisstätte erhielt. Handel und Gewerbe blieben freilich noch lange auf den gewachsenen Einzugsbereich Harburgs beschränkt, bis die Familie Märker eine Zementfabrik zu betreiben begann, die sich unter dem Enkel des Begründers zu einem hoch modernen, umweltfreundlichen Betrieb entwickelte, der auch der Stadt und ihren Bewohnern starke Impulse zu geben vermag. Durch die Mediatisierung war der Ort 1806 an das Königreich Bayern gefallen, von dem er 1849 zur Stadt erhoben wurde, „jedoch ohne Änderung der Verwaltungsform“.

Kirchlich scheint Harburg schon früh eine Pfarrei gewesen zu sein, deren Patronatsrecht beim Kaiser lag. 1315 schenkte Ludwig der Bayer dieses Recht dem Kloster Waldsassen. Als sich die Oettinger Grafen auf Grund der Pfandrecht dagegen wehrten, entwickelte sich daraus ein langwieriger Streit ,der damit endete, dass alle Rechte (1523) An Oettingen verkauft wurden. Dieser Kauf förderte die Verbreitung der neuen Lehre, die durch das protestantische Haus Oettingen–Oettingen 1552 auch in Harburg eingeführt wurde. Nachdem die auf der Burg befindliche Schlosskirche zunächst als Pfarrkirche gedient hatte, wurde für sie Bewohner im Tal die Barbarakapelle errichtet als Vorgängerin der heutigen 1612 an ihrer Stelle errichteten und zur Pfarrkirche erhoben Barbarakirche. Die Harburger Katholiken der Neuzeit erhielten nun eine eigene Kirche (Herz-Jesu Kirche ), nachdem sie zuvor zur Pfarrei Hoppingen gehört hatten. Zu Harburg gehören auch die Einöden Bühl-, Hart-, Kratz-, List- und Salchhof.

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